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Unsere Geschichte
Die durch den Weltkrieg hervorgerufene Teuerung ließ schon vor Kriegsende erkennen, dass auch das Bauen von Wohnhäusern nur noch gut bemittelten Personen möglich war. Inzwischen steigerte sich von Kriegsende 1918 ab die Teuerung immer mehr. In der sicheren Erkenntnis, dass die Wohnungsnot weiter um sich greifen wird, stellten Staat und Gemeinde Mittel zur Verfügung in Form von zinslosen Darlehen, um die Bautätigkeit wieder zu beleben. Allein die Unkenntnis der Bestimmungen zur Erlangung der Reichszuschüsse und teilweise Angst, sich davon lange Jahre zu binden, ließ die private Bautätigkeit weiter ruhen, vielleicht mit der stillen Hoffnung auf baldige Besserung beziehungsweise, dass die vorkriegszeitlichen guten alten Zeiten bald wieder kommen werden. „Denn so sagte man sich täglich „so kann es nicht lange weitergehen mit der Teuerung“. Dem entgegen musste man leider die Erfahrung machen, dass die immer weiter um sich greifende Teuerung zu einem Dauerzustand wurde und die Wohnungsnot zunahm. Die Gemeinde Viernheim hatte wohl inzwischen mit dem Bau einiger Wohnhäuser begonnen und auch fertig gestellt, doch erschein es unmöglich, dass die Gemeinde als solche vielleicht jahrelang auf ihre Kosten das Wohnungsbedürfnis ihrer Bürger befriedigen kann.
Da es für den Einzelnen mit großen Schwierigkeiten technischer und finanzieller Art verknüpft ist, mit Hilfe von Reichszuschüssen sich ein Eigenheim zu gründen, so dachte man in Bürgerkreisen an einen Zusammenschluss beziehungsweise die Gründung einer Baugenossenschaft. Die erste Anregung wurde schon im Juni 1920 gegeben durch eine Anzeige in beiden Viernheimer Zeitungen folgendermaßen:
„Zusammenkunft von Bauinteressenten von Viernheim, auch Nichtbürger, zwecks Gründung einer Baugenossenschaft im Gasthaus zum 'Schwarzen Peter'“.
Diese ersten Zusammenkünfte hatten kein positives Ergebnis, da man sich über die Grundlagen und den Aufbau einer Baugenossenschaft, wie sie die gegenwärtige Zeit erfordert, nicht genügend im klaren war. Erst nach dem man unter Hinzuziehung von Fachleuten und an Hand von Satzungen bereits bestehender Baugenossenschaften in mehreren Ausschusssitzungen die Satzungen beraten hatte, konnte am 05. September 1920 die Gründungsversammlung im Saale „Zum Fürsten Alexander“ abgehalten werden, welche den sofortigen Eintritt von 76 Mitgliedern als Erfolg verzeichnen konnte. Als neue grundlegende Eigenschaften enthält die Genossenschaft den Gedanken der „Selbsthilfe“, dass heißt eine möglichst weitgehende Beteiligung der zukünftigen Eigentümer an der produktiven Mitarbeit, wie überhaupt einen jeden Ertragssinn ausschaltende Tendenz. Der am Gründungstage durch die Versammlung gewählte Ausschuss von 12 Herren hatte sich nun mit der weiteren Konstituierung der Baugenossenschaft zu befassen und so bildete sich folgende Zusammensetzung des Vorstandes und Aufsichtsrates:
a) Vorstand
1. Vorsitzender: Herr Gemeindenbaumeiter Berberich
2. Vorsitzender: Herr Gg. August Adler II.
Rechner: Herr Johann Engel
Geschäftsführer: Herr Architekt Mich. Kühlwein IV.
b) Aufsichtsrat
1. Vorsitzender: Herr Obersekretär Alter
2. Vorsitzender: Herr Karl Schalk
Schriftführer: Herr Valentin Alter
Als weitere Mitglieder des Aufsichtrates die Herren:
Beigeordneter Wunder als Gemeindevertreter, Joh. Laist, Jakob Nägel, Peter Wedel, Joh. Lahres, Friedr. Kamuff.
Den Entwurf der Satzung und die Vorarbeiten zur Gründungsversammlung bis zur endgültigen Zusammensetzung des Vorstandes und Aufsichtrates leitete Herr Architekt. Mich. Kühlwein, der nunmehrige Geschäftsführer.
Am 20. Oktober 1920 begann die erste Einzahlung der Genossenschaftsanteile, nachdem die Gemeinde Viernheim ebenfalls mit Mark 40.000,00 Geschäftsanteil beigetreten war.
| Vorstandsmitglieder seit der Gründung |
Kühlwein, Michael* Engel, Johann Adler, Georg August II. Berberich, Lorenz* Winkenbach, Franz II. Gärtner, Johann II
Winkenbach, Heinrich Hofmann, Heinrich I. Müller, August II. Besser, Frithjof Brügel, Karl Friedel, Jakob III. Müller, Franz V. Haas, Adam VI.
Beikert, Jakob* Schmitt, Georg Breburda, Georg Kosak, Wenzel |
1920-1938 1920-1925 1920-1925 1920-1948 1923-1927 1925-1946 1925-1933 1933-1936 1933-1945 1989-1995 1933-1933
1933-1946 1947-1952 1947-1956 1948-1979 1952-1974 1956-1976 1964-1973 |
Denefleh, Willi* Liebertz, Peter Schmitt, Hans Beikert, Manfred Selbert, Bernhard* Bugert, Albert
Dewald, Manfred Hammel, Herbert Stefanow, Jolanthe Gehbauer, Kurt Dewald, Manfred Dewald, Bernd Martin, Helmut Becker, Joachim* Sax, Rolf
Weik, Harald Hölscher, Reinhard |
1973-1983 1973-1983 1979-1984 1983 1983-2003 1983-1991 1984-1989 1991-1997 1995 1996-2000 2000-2001
2001-2007 2003-2007 2003-2009 2008-heute 2008-heute 2010-heute |
| * geschäftsführende Vorsitzende | | Aufsichtsrat, Vorsitzende |
Alter, Martin Müller, Peter Josef Herbert, Georg Winkenbach, Erwin Hammel, Herbert Schmidt, Heinrich Kempf, Wolfgang Quarz, Klaus |
1920-1946 1946-1965 1965-1973 1973-1990 1990-1991 1991-2003 2003-2007 2007-heute |
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